Dienstag, 22. November 2016

Rezension zu "Die Ungehörigkeit des Glücks" von Jenny Downham

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Erscheinungsdatum: 22.02.2016
ISBN: 978-3-570-10292-3

Inhalt

"Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …"

Meine Meinung

„Die Ungehörigkeit des Glücks“ ist eine Geschichte, die nicht durch actiongeladene Szenen besticht, sondern viel mehr dadurch, was im Stillen zwischen den Zeilen geschieht.

Der Schreibstil der Geschichte lebt von vielen Vergleichen, die das Geschehen greifbarer werden lassen und mir teilweise so gut gefallen haben, dass ich sie mit Post-it’s markieren musste. Dennoch verwendet die Autorin eine gut verständliche Sprache, die einen ungestörten Lesefluss ermöglicht.

Die Charaktere sind alle auf ihre eigene Art und Weise speziell, aber alle mit einer besonderen Tiefe. Besonders mit Katie konnte ich mich ziemlich gut identifizieren - manchmal hätte ich sie zwar gerne mal durchgerüttelt, aber nichtsdestotrotz habe ich sie sehr ins Herz geschlossen. So auch Mary, die ich, je mehr ich über sie erfahren habe, immer lieber mochte. Das komplette Gegenteil war Caroline, sie war mir alles andere als sympathisch, aber immerhin konnte ich im Laufe der Geschichte verstehen, warum sie so ist, wie sie eben ist.

Die Themen, die in diesem Buch angeschnitten werden, sind sehr tiefgründig und die Autorin hat es tatsächlich geschafft, dass ich, auch nachdem ich das Buch zur Seite gelegt habe, über das Gelesene nachgedacht habe. Und noch mehr: Unwillkürlich musste ich auch immer wieder über mein eigenes Leben mit all den Entscheidungen, die ich getroffen habe, nachgrübeln. Eine Frage die bei mir persönlich im Vordergrund stand: Warum habe ich mich so und nicht anders entschieden? Was war der tatsächliche Grund? Habe ich das getan, weil ich es wirklich wollte oder weil es der einfachste Weg war? Denn was ich aus diesem Buch mitgenommen habe, ist, dass Glück und Mut meist unweigerlich zusammenhängen. Willst du glücklich sein, dann wage es, ungehörig zu sein!

Ein Buch, das zugleich tiefgründig, aber auch federleicht ist, den Leser mit vielen positiven Gedanken und Gefühlen zurücklässt, und noch lange nachwirkt. Eine klare Leseempfehlung von mir.

Bewertung:  

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