Donnerstag, 24. November 2016

Rezension zu "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" von Cecelia Ahern

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: FISCHER FJB
Erscheinungsdatum: 29. September 2016
Band: 1 (von 5)
ISBN: 3841422357

Inhalt

"Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.
Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte.
Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe."

Meine Meinung

Gleich zu Beginn der Geschichte wird der Leser mitten in das Geschehen und Celestines Welt hineingeworfen. Das in Kombination mit Cecelia Aherns lockerem Schreibstil sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, finde ich sehr interessant, und ich muss sagen, dass ich bisher noch keine Geschichte gelesen habe, die sich mit dieser Thematik befasst hat. Eine Gesellschaft in der nur perfekte Menschen geduldet werden erscheint im ersten Moment vielleicht etwas abwegig und realitätsfern, doch das hat sich nach der Lektüre dieses Buches für mich komplett geändert. Nicht nur im Blick auf die Vergangenheit lassen sich unglaublich viele Bezüge herstellen, auch einige Parallelen zu unserer heutigen Leistungsgesellschaft haben sich mir beim Lesen geradezu aufgedrängt.

Die siebzehnjährige Celestine ist eine wahnsinnig interessante Protagonistin, weil sie nicht die typische Rebellin ist, die von Anfang an gegen das System aufbegehrt, im Gegenteil, sie ist zu Beginn fest von dessen Richtigkeit überzeugt. Und gerade das hat die Geschichte in meinen Augen wahnsinnig spannend gemacht, weil Celestine im Laufe des Buches eine riesige Entwicklung durchläuft. Außerdem muss ich noch erwähnen, dass ich es wirklich positiv finde, dass die Autorin eine dunkelhäutige Protagonistin gewählt hat, weil das meiner Meinung nach in Jugendbüchern viel zu selten vorkommt.
Das einzige, was mich an Celestine gestört hat, war, dass sie teilweise, besonders in einer bestimmten Situation, sehr naiv gehandelt hat. Positiv hingegen war, dass in diesem Jugendbuch nicht das typische "Junge rettet Mädchen"-Klischee erfüllt wurde – was leider viel zu oft in diesem Genre anzutreffen ist – sondern Celestine ein starker Charakter ist, der sich in den meisten Situationen selbst retten muss und dies auch tut.

Auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet und haben mich des Öfteren überrascht. Einige habe ich anfangs wenig gemocht und dann immer mehr ins Herz geschlossen, bei anderen war es genau umgekehrt und wieder andere habe ich zutiefst verabscheut - was man als Autor auch erst einmal schaffen muss!

Die Kapitel sind eher kurz gehalten, was mir ziemlich gut gefallen hat, da die Handlung dadurch relativ zügig voranschreitet und längere Durststrecken ausbleiben. Es gab mehrere Wendungen mit denen ich nicht gerechnet hätte und das Ende war so für mich auch nicht abzusehen. Allerdings ist die Geschichte nicht in sich abgeschlossen, was ich aber nicht schlimm finde, da der zweite Teil ja schon vor ein paar Tagen, also nicht einmal zwei Monate nach der Veröffentlichung von Band I, auf den Markt gekommen ist. Außerdem bin ich so natürlich umso gespannter, wie es mit Celestine weiter geht.

Insgesamt eine wirklich spannende Geschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren und einer Grundthematik, die zum Nachdenken anregt.

Bewertung 

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