Samstag, 2. Dezember 2017

Nur noch ein einziges Mal [Rezension]


Daten und Fakten

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft 
Erscheinungsdatum: 10. November 2017
Preis: 14,95 €
ISBN-10: 3423740302


Inhaltsangabe

"Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …"
Quelle: dtv


Meine Meinung

Colleen Hoover gehört mittlerweile zu den Autorinnen, bei denen ich mir nicht einmal mehr den Klappentext durchlese, da ich einfach alles von ihr lese, egal mit welcher Thematik sie sich auseinandersetzt. Demnach bin ich auch komplett unvoreingenommen an ihr neuestes Werk „Nur noch ein einziges Mal“ herangegangen und das hat sich mal wieder mehr als gelohnt. Über den größten Teil des Buches hinweg hatte ich keine Ahnung, welche Wege die Geschichte um Lily und Ryle einschlagen würde und wurde immer wieder auf’s Neue von der Autorin überrascht.

„Ich sitze auf der gemauerten Brüstung einer Dachterrasse, blicke zwölf Stockwerke tief auf Boston hinunter und denke an Selbstmord.“

Mit diesem ersten Satz hatte Colleen Hoover direkt meine Aufmerksamkeit, wobei ich allerdings anmerken möchte, dass das Buch eine andere Thematik als Suizid behandelt, was man nach diesem ersten Satz vielleicht fälschlicherweise annehmen könnte. Um welche Thematik es sich jedoch wirklich handelt, möchte ich nicht verraten, da ich selbst ganz unvoreingenommen an die Geschichte herangegangen bin und das nur empfehlen kann.

Die Autorin wirft den Leser zu Beginn wie gewohnt mitten in das Geschehen hinein, schafft es aber trotzdem, die Protagonistin Lily binnen kürzester Zeit dem Leser nahe zu bringen. Bei mir jedenfalls hat es nur ein paar Seiten gebraucht, bis ich das Gefühl hatte, sie zu kennen und sie ins Herz geschlossen hatte. Besonders Lilys Herzlichkeit und ihren Mut, ihren eigenen Träumen zu folgen, machen sie zu einer tollen Protagonistin.
Ryle hingegen erscheint zu Beginn so ehrgeizig und selbstbewusst, ja fast ein bisschen machomäßig, dass ich ein bisschen gebraucht habe, um mit ihm warm zu werden. Seine humorvolle Art und die Entwicklung, die er vollzieht, haben mich dann aber doch von ihm überzeugen können.

Besonders gut an „Nur noch ein einziges Mal“ hat mir gefallen, dass neben der Geschichte von Ryle
und Lily, die in der Gegenwart angesiedelt ist, auch noch eine Geschichte aus Lilys Vergangenheit erzählt wird. Und wie wir es von Colleen Hoover nicht anders kennen, wird diese natürlich nicht einfach in Rückblenden erzählt, nein, wir erleben die Ereignisse in ganz besonderer Weise und zwar in Form von Briefen. Briefe, die Lily als Teenager an Ellen DeGeneres geschrieben, aber nie abgeschickt hat. Und ganz ehrlich, es war so herrlich diese Briefe zu lesen. Sie waren nicht nur spannend, sondern auch gleichzeitig sehr emotional und  humorvoll. Diese Mischung gelingt meiner Meinung nach niemandem besser als Colleen Hoover.

Wie ich anfangs schon erwähnt habe, konnte mich Colleen Hoover mit der Entwicklung der Geschichte mehr als überraschen. Bei den meisten Liebesromanen weiß ich schon von Anfang an, wie die Geschichte enden wird. Dies war hier nicht annähernd der Fall, wodurch die Geschichte sehr viel mehr Tiefe bekommen hat und viel realitätsnaher gewirkt hat als eine typische 0815 Liebesgeschichte.

Mit der angesprochenen Thematik habe ich mich zuvor noch nie intensiver auseinandergesetzt und hätte ich gewusst, worum es in diesem Buch geht, so hätte ich nie erwartet, dass die Autorin mich damit so sehr abholen kann. Und mehr noch: Colleen Hoover hat es geschafft, mir die Thematik von einer ganz neuen Perspektive her näherzubringen und mein Blickwinkel darauf zu verändern. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass Colleen Hoover in jedes ihrer Bücher sehr viel von ihren eigenen Erfahrungen und ihrer Persönlichkeit einbringt. Auf dieses Buch trifft dies jedenfalls in besonderem Maße zu, was auch im Nachwort nachzulesen ist und mich wirklich zu Tränen gerührt hat. Hut ab, für den Mut von Colleen Hoover, so viel von sich selbst in ein Buch zu legen.

Fazit

„Nur noch ein einziges Mal“ ist vermutlich Colleen Hoovers persönlichstes Buch und das spürt man auf jeder Seite. Eine Liebesgeschichte, die ihre ganz eigenen Wege geht und mitten aus dem Leben herausgegriffen sein könnte. Ich bin dankbar, dass die Autorin mir einen neuen Blickwinkel auf eine sehr wichtige Thematik eröffnet hat, die in diesem Buch auf komplexe Art und Weise behandelt wird.

Bewertung



Kommentare:

  1. Huhu :)
    Endlich schaue ich mal wieder bei dir vorbei :) wirklich eine wundervolle Rezension von dir. Wirklich blöd das ich bis jetzt nur ein Buch von Colleen Hoover gelesen habe, aber ich hab zum Glück schon Nachschub von ihr auf meiner SUB und das Buch möchte ich auch bald lesen.

    Liebe Grüße
    Teresa

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  2. Hey,
    ich konnte deine Begeisterung für das Buch richtig nachvollziehen, da es mir auch unglaublich gut gefallen hat, als ich es gelesen habe. Aber was soll man auch anderes von Colleen Hoover erwarten? ;)

    Liebe Grüße
    Jessi

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